No-Deal-Brexit – Welche Änderungen muss ich in SAP vornehmen?

Im Blogpost Der Brexit und Ihr SAP-System: Was ist zu tun? haben wir im Februar 2019 informiert, dass zur damaligen Zeit das Britische Parlament nicht in der Lage war, für den anstehenden Brexit eine verhandelbare Lösung zu verabschieden und dass ein „No-deal-Brexit“ droht. Wir haben bereits einige grundlegende Hinweise zu den Auswirkungen eines „No-deal-Brexits“ auf SAP-Systeme und zu den Anpassungen der Prozesse, die eventuell notwendig werden, gegeben.

Nach zwei weiteren Verlängerungen, einem neuen Premierminister, einem neu ausgehandelten Brexit-Abkommen und einer Parlamentswahl ist die Situation etwas klarer: Großbritannien hat die EU am Freitag, dem 31. Januar 2020, um 23:00 Uhr GMT verlassen. Aber das ist immer noch nicht das Ende der Brexit-Story…

Insgesamt kann man sagen, dass die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, große Auswirkungen auf viele wirtschaftliche Aktivitäten und damit auch auf SAP haben wird. Änderungen in SAP werden voraussichtlich im Umfeld von Organisationsmodellen, Steuer/Mehrwertsteuer, Warenbewegungen und vielem mehr erfolgen. SAP selbst behält das im Auge und bietet Unterstützung durch verschiedene SAP-Hinweise. In diesem Blogbeitrag möchten wir Sie über die Auswirkungen des Brexits auf SAP ECC und SAP S/4HANA und die entsprechenden Änderungen in diesen Bereichen informieren.

Brexit no-Deal: Erfahren Sie im Expertengespräch, wie Sie Ihr SAP-System darauf vorbereiten

 

Was ändert sich für SAP ECC und SAP S/4HANA während der Übergangsphase des Brexits 2020?

Nachdem die Briten die EU verlassen haben, beginnen Verhandlungen über die künftigen Beziehungen und ein mögliches Freihandelsabkommen. Diese Verhandlungen müssen bis zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen sein. Es bestand die Möglichkeit, die Verhandlungen bis zum 31. Dezember 2022 zu verlängern. Die britische Regierung hat jedoch Gesetze verabschiedet, die darauf hinweisen, dass eine solche Verlängerung nicht beantragt wird.

Während der Verhandlungen wird es eine Übergangsphase geben. In dieser Übergangsphase ändert sich zunächst nichts – sie dient der Aushandlung der zukünftigen Zusammenarbeit zwischen Großbritannien und der EU. Es ist aber entscheidend, dass diese Übergangszeit genutzt wird, die notwendigen Maßnahmen sinnvoll zu planen, um bei Bedarf gerüstet zu sein.

Derzeit sind die genauen Änderungen, die in Ihrem SAP-ERP-System vorgenommen werden müssen, noch vom Ergebnis der Verhandlungen der zukünftigen Beziehungen abhängig – ein “No-Deal” – Brexit ist zum Zeitpunkt des Schreibens dieses Blogartikels im Dezember 2020 immer noch möglich.

Ein No-Deal-Brexit: Welche Auswirkungen ergeben sich für Ihr SAP ERP-System?

Wenn bis zum 31. Dezember 2020 kein ratifizierter Deal vorliegt (= No-Deal-Brexit), werden die  Änderungen in SAP ECC und SAP S/4HANA größtenteils folgende Bereiche betreffen:

  • Organisationsstruktur
  • Steuern, insbesondere Mehrwertsteuer
  • Warenbewegungen

…und viele mehr

Wenn die Briten die Europäische Union mit einem No-Deal verlassen, wird es aus EU-Sicht effektiv zu einem „Drittland“. Aus britischer Sicht gibt es keinen „innergemeinschaftlichen“ Handel mehr. Dies bedeutet, dass Ihr SAP-System (und eventuell auch Geschäftsprozesse) angepasst oder möglicherweise erstmalig erstellt werden muss. Einige der wichtigsten Konfigurationsänderungen, die in SAP erforderlich werden, sind in unserer Infografik zusammengefasst.

Download der Infografik für die durchzuführenden Anpassungen am SAP ERP-System

Wie kann PIKON Ihnen helfen, Ihr SAP ERP-System auf den Brexit vorzubereiten?

Bei PIKON haben wir kürzlich ein eigenes Kompetenzzentrum für legale Anforderungen eingerichtet, um SAP ERP-Systeme und -Prozesse weltweit an die gesetzlichen Anforderungen anzupassen. Unser Expertenteam kombiniert Prozess- und  SAP-Know-how mit fundierten Kenntnissen der länderspezifischen gesetzlichen Anforderungen und verfügt über jahrelange Projekterfahrung.

Diese Kombination macht uns zu idealen Partnern für Ihre Brexit-Fragen. Die Experten der PIKON in den Bereichen Finanzen, Logistik und Legale Anforderungen beobachten permanent die Entwicklung der Brexit-Situation und erstellen bereits Pläne für die verschiedenen möglichen Szenarien. Mit unserer Präsenz sowohl in UK als auch in der EU betrachten wir den Brexit von beiden Seiten.

Wenn Sie weitere Informationen darüber wünschen, wie PIKON Sie in der Übergangsphase des Brexits unterstützen kann, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme. Wir bieten Ihnen gerne unsere entsprechenden Dienstleistungen an – beginnend mit einem kostenlosen  Web-Meeting mit einem unserer Brexit-Experten.

Bildnachweise
© vchal, Shutterstock Nr. 463766687
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